Wappen von Eckersmühlen
Wappen von Eckersmühlen

Geschichte

Fränkischer Rechen
Fränkischer Rechen

Geschichte & Eisenhammer

Eckersmühlen ist eng mit dem Wasser der Roth verbunden. Mühlen, Metallhandwerk und später Industrie prägten den Ort über Jahrhunderte – ebenso wie Kirche, Schule und die eigenständige Gemeinde. Dieser Überblick fasst die öffentlich zugänglichen Orts- und Museumsgeschichten zusammen.

Historische Luftaufnahme von Eckersmühlen
Eckersmühlen aus der Luft – die historische Ansicht zeigt den gewachsenen Ortskern und die umgebende Landschaft.

Vom Mühlenort zum Dorf

Für Eckersmühlen sind ab etwa 1300 ungewöhnlich viele, zusammenhängende Urkunden und Akten überliefert. Die Stadt Roth verweist zugleich auf ältere Spuren: Der Ortsname wird wahrscheinlich mit einem Ortsritter Oegger verbunden, dem um 1100 eine Mühle an der Roth und möglicherweise ein kleines Georgskirchlein zugeschrieben werden. Der Flurname „Burgstall“ erinnert an den Standort einer Wasserburg.

Um 1300 entstand wohl die Willibaldskirche. Grundbesitz im Dorf lag bei Nürnberger Patrizierfamilien; zwischen 1376 und 1448 ging ein großer Teil an das Elisabethenspital des Deutschen Ordens in Nürnberg. Diese unterschiedlichen Herrschaften prägten Eckersmühlen lange Zeit.

Wasserkraft, Draht und Metall

Um 1420

Das Gefälle der Roth ermöglichte an der Dorfmühle einen mechanischen Eisen-Drahtzug – sehr früh für die Region.

16. Jahrhundert

Etwa ein Jahrhundert später entstand ein Messinghammer. Damit wurde die Wasserkraft zur Grundlage des örtlichen Metallhandwerks.

Der Zugriff auf Wasser und Produktionsstätten führte auch zu Konflikten: 1742 ließ das Oberamt Roth einen von Nürnberger Handelsleuten betriebenen Kupferschmiedebetrieb unterhalb der Mühle zerstören. Der anschließende Streit zwischen dem Deutschen Orden und Ansbach-Brandenburg beschäftigte das Reichskammergericht über Jahrzehnte.

Kirche, Schule und Kriegszeit

1615 / 1616

1615 wurde eine Schule eingerichtet. Christof Dreher trat im März 1616 als erster Schulmeister seinen Dienst an.

1631 / 1632

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Ort und das Schlösschen im Dorf verwüstet; einige Höfe lagen noch Jahrzehnte später in Ruinen.

1709 / 1710

Die baufällige Kirche wurde durch einen barocken Neubau ersetzt. Über dem Eingang erinnert der Namenszug des Markgrafen an die damalige Landeshoheit.

Der Historische Eisenhammer

Der ehemalige Schäff-Eisenhammer ist das bekannteste Zeugnis der Eckersmühlener Industriegeschichte. 1775 übernahm Johann Michael Schäff das damals verschuldete Anwesen. Über fünf Generationen entwickelte die Familie Schäff den Betrieb und prägte ihn als Hammerherren- und Schmiededynastie.

Die Konkurrenz der industriellen Massenproduktion und veränderte Nachfrage führten 1974 zur Stilllegung. Fritz Schäff erhielt die Anlage betriebsbereit; 1985 wurde sie zum Museum. Heute zeigen die Schmiedehalle, das Herrenhaus und die Ausstellung „Vom Erz zum Eisen“, wie Wasserkraft über Turbine, Hauptwelle und Transmissionsriemen die Hämmer bewegte.

Industrie, Verkehr und Dorfleben

Im 19. Jahrhundert entstanden in Eckersmühlen, Haimpfarrich und Hofstetten Blattmetallhämmer. Anfang des 20. Jahrhunderts folgten ein Gold- und Silberbronzewerk sowie leonische Industrie. Eisenbahn- und Straßenverbindungen förderten das Wachstum; die Gemeinde investierte unter anderem in Schule, Straßen und Wasserversorgung.

Die 1818 gebildete Gemeinde Eckersmühlen umfasste neben dem Dorf unter anderem Hofstetten, Haimpfarrich sowie mehrere Mühlen und Einöden. Mit der bayerischen Gebietsreform wurde Eckersmühlen am 1. Mai 1978 ein Ortsteil der Stadt Roth. Seine Geschichte bleibt aber in den Mühlen, der Kirche, dem Eisenhammer und den gewachsenen Ortsteilen sichtbar.

Das Posthorn und die Wirtshaustradition

Am Standort des heutigen Posthorns bestand bereits im 19. Jahrhundert ein Gasthaus. Der heutige, denkmalgeschützte Bau entstand 1935/36 nach Plänen des Architekten Adolf Schindhelm und prägt mit seinem Fachwerkgiebel bis heute das Ortsbild. Im Keller und im Hof sind zudem ältere Baubefunde und Gewölbeteile erhalten – sichtbare Spuren der längeren Geschichte des Anwesens und der Eckersmühlener Wirtshaustradition.

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